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Mobbing

Montag, November 19th, 2007

Mehr als 800.000 Menschen, was rund 2,7% aller Arbeitnehmer entsprechen, sind nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Deutschland Opfer von Mobbing-Attaken. Wiederholte Angriffe und Sticheleien von mehreren auf eine Person, die im Regelfall länger andauernd sind. Männer wie Frauen werden gemobbt. Frauen sind jedoch im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen wesentlich häufiger (laut Mobbing-Report der BAuA um 75 %) Opfer von Mobbing.

Übrigens, das hier angegliederte Forum bietet auch die Möglichkeit, sich über solche Themen auseinander zu setzen.

Ein Teufelskreis, am Anfang oft noch gar nicht merklich beginnt, zuweilen eingebunden in Streß und das Bewußtsein “sei froh, dass Du einen Job hast”. Kein Fall ist wie der andere, keine Bewältigung von Überlastung wie die andere. Die einen fangen plötzlich zur Nervenberuhigung an sich mit Süßigkeiten vollzustopfen, andere wiederum rauchen mehr (was den Kreis noch enger werden lässt, da mit jeder Zigarette wertvolle Arbeitszeit verloren geht).

Bereits unter Druck ist es zuweilen am einfachsten Sticheleien und Schikanen einfach runter zu schlucken. Der Chef, der Tag für Tag neue Listen will, die Kollegen die ständig “Hast Du kurz Zeit” fragen, natürlich in der Erwartung sofort Zeit für sie, ihre Aufträge und die Listen vom Chef aufzubringen.

Während Mobbing in vielen verschiedenen Facetten auftritt, weil es unendlich viele Möglichkeiten gibt andere Menschen zu schikanieren, so sind die Folgen für die Opfer im Regelfall immer dieselben. Das Opfer bemüht sich immer mehr gute Arbeit abzuliefern, setzt sich selber immer mehr unter Streß und bietet sich dadurch für weitere Mobbingaktionen an.

Solltet Ihr zu denjenigen gehören, die sich schikaniert fühlen (unwesentlich, ob es jetzt neutrale Beobachter auch so sehen oder nicht) so beginnt ein Mobbingtagebuch zu schreiben. Ihr solltet das Geschehnis, das Datum und die anwesenden Zeugen notieren. Sollte sich später einmal alles in Wohlgefallen auflösen, klasse! Wenn aber nicht, so kann Euch ein solches Mobbingtagebuch eine gute Stütze darstellen.

Ihr glaubt nicht, was Ihr alles in den Jahren voller Schikane verdrängt, was Euch eventuell bei einer Kündigungsschutzklage sehr entgegen kommen kann. Speziell dann, wenn Euch die allerfeinste Variante, das  “Bossing” begegnet.

Bossing

Samstag, Oktober 20th, 2007

Die feinste Variante in Sachen Schikane ist das sogenannte Bossing. Wenn nämlich der Chef selber die Mitarbeiter tyrannisiert und sich nahezu sicher sein kann, dass keiner der von Euch benannten Zeugen aussagen wird, da ihm/ihr der Arbeitsplatz wichtig ist. Nahezu ungestört kann der oder die Vorgesetzte drangsalieren und auf Euch herumhacken und langsam aber sicher Eure Nerven auf Null radieren.

Übrigens, auch wenn wir uns hier über die schönen und erotischen Seiten des Lebens unterhalten, so gibt es auch ausgesprochen ernste Themen wie Mobbing oder Bossing, über die wir uns gerne im Forum unterhalten können.

Auch hier gilt immer ein Mobbingtagebuch zu führen und alle besonderen Geschehnisse nebst Datum und Zeugen aufzuführen. Sinnvoll ist es immer, egal wie groß das Ausmaß der Schikanen ist, den Hausarzt schon im Vorfeld ins Vertrauen zu ziehen. Sollte die Situation eskalieren, dann fällt es ihm leichter in Euch Wut und Enttäuschung nachzufühlen.

Solltet Ihr Euch schon so ausgelaugt fühlen, dass Ihr der Meinung seid eine Psychotherapie würde Euch gut tun dann lasst Euch einen Termin beim Psychotherapeuten geben (normalerweise dauert schon das einige Monate) und spricht Euch mit ihm/ihr aus. Zuweilen kann er/sie hilfreiche Tricks geben, sich selber wieder besser auf die “Reihe zu bekommen”.

Mobber spielen mit unseren Ängsten, daß was sie mehrfach ungestraft - vielleicht auch ohne Gegenreaktion getan haben - wollen sie weiterführen und im Regelfall steigern. Ein Spiel, welches Ihr nicht immer mitspielen müsst. Auch bei den “Spielen der Erwachsenen” könnt Ihr zuweilen selber die Regeln ändern und Euren Gegenspieler etwas verblüffen.

Dennoch: ich würde empfehlen zeitgleich noch Bewerbungen zu schreiben. Wollt Ihr wirklich auf Dauer bei jemandem arbeiten, der Euch tritt und schikaniert wann, wo und wie er/sie will? Natürlich, genial ist der Arbeitsmarkt nicht, aber etwas zu tun bedeutet schon den ersten Schritt gegen den Mobber zu tun. Zu versuchen, ihm/ihr sein Spielzeug weg zu nehmen.