Einen Alkoholiker an Deiner Seite?
Bingo, ein Schicksal, welches viele Frauen trifft (aber auch die umgekehrte Konstellation ist ebenso häufig und unglücklich) und in der derzeitigen Wirtschaftssituation in Deutschland ein Teufelskreis ist. Vielleicht hast Du noch einen Job, aber ob Du darin genug verdienst um einen Umzug zu finanzieren, ein neues Leben aufzubauen und alle Anschaffungen zu tätigen erscheint fragwürdig. Selbst wenn Du Dir sprichwörtlich “den Hintern aufreißt” so werden Dir bei einem Zweitjob (falls überhaupt die Chance besteht einen solchen zu erlangen) die Steuern den Mamutanteil wegfressen.Â
Man(n) möge mir verzeihen, dass ich nur die weibliche Form anspreche, das liegt einfach daran, dass es sich hier um ein Frauenmagazin handelt - ebenso ist natürlich die Umkehrung möglich, indem “er” eine alkoholkranke Partnerin besitzt.
Ein Teufelskreis, aus dem ich leider auch nicht weiß, welche Lösung hinaus es gibt - aber einer, über den ich mich tatsächlich auslassen möchte weil es derzeit noch mehr Alkoholiker zu geben scheint als noch vor 10 Jahren - oder werden die, die bereits vor 10 Jahren ihre Laufbahn eingeschlagen haben nun auffälliger?
Solltet Ihr Interesse haben, einem Alkoholiker in einem Notfall zu helfen, dann gilt folgendes (obwohl ich der persönlichen Meinung bin, nur wenn “er” auf die Schnauze fällt, so kann er vielleicht etwas ändern. Die Rückfallquoten sind hoch und die wenigsten Alkoholiker werden irgendwann einmal normale Mitglieder der Gesellschaft) also wie gesagt, wer helfen will: Vor Abkühlung schützen und ins nächste Krankenhaus bringen. Dort wird man unter Umständen eine notfallmäßige Magenspülung vornehmen sowie Kreislauf und Atmung stabilisieren.
So, toll, der Alki ist stabilisiert und was ist mit Dir? Da ich ja schon eingangs der Meinung bin, dass Frau sich in einem finanziellen Teufelskreis bewegt sollte hier versucht werden sich so wenig die Butter vom Brot nehmen zu lassen wie möglich. Eventuell ein separates Mietkonto, damit Du nicht später für Deinen Alkoholiker aufkommen musst. Wenn Du noch nicht die Kraft hast Dich von ihm zu trennen, so ist das legitim weil eine solche Entscheidung viel Zeit und Kraft benötigt, aber lass Dir nicht noch die letzten Startchancen nehmen indem Du meinst ihm unter die Arme greifen zu können.
Laß Dir ja keine Schuldgefühle einreden: er trinkt und nicht Du! Ist sein Standardsatz “Bei einer Frau wie Dir muss man ja saufen…. kann man nur im Suff ertragen ect.” dann irgnorier ihn, er ist krank und hat keinen realistischen Überblick mehr. Denn er sauft sich um Kopf und Kragen, pardon Job und Führerschein. Lass Dich nicht anstecken, damit Du nicht auch diese - Deine - kleinen Sicherheiten verlierst.
Kinder von Trinkern leiden wesentlich häufiger an Depressionen, Angststörungen, Eß- und Drogenproblemen als die Durchschnittsbevölkerung. Vergleichbare Untersuchungen über die Ehefrauen fehlen zwar noch, aber für sie dürfte Ähnliches gelten, lass Dich nicht überrollen von seiner Krankheit!
Deine kleinen Schritte ….
Versuch nicht seinen Konsum zu kontrollieren, das klappt nie - eben so wenig wie der Versucht ihn abzulenken und dadurch von seinen Eskapaden abzulenken. Versuch Dir - auch wenn es schwer fällt - keifen, Türen schlagen oder ihn gar zu beschützen zu verkneifen. Übernimm nicht die Verantwortung für seinen Mißbrauch. Ich weiß, Du hast Angst vor den Spätfolgen wie Jobverlust ect., aber Du wirst sie nicht verhindern können, am wenigsten dadurch dass Du ihn in Schutz nimmst - dann trinkt er nur noch unbelasteter weiter. Laß ihn doch einfahren wegen unbezahlter Rechnungen - lass ihn doch mit dem Gerichtsvollzieher plauschen! Seine Schulden. “Was die Nachbarn denken?” fragst Du Dich. Die denken sich schon ihren Teil bevor der Gerichtsvollzieher erscheint, glaube mir!
Wenn Du mit seiner Sucht kooperierst machst Du Dich nicht nur mitschuldig, sondern Du bist coabhängig!
Ach ja, Drohungen wirken bei solchen Personen übrigens nicht - eher bei Dir, indem Du Dir später Vorwüfe machst, welchen Blödsinn Du von Dir gegeben hast oder dass Du unglaubwürdig geworden bist.
Geht offen damit um - das gibt Euch Kraft weil Ihr nicht mehr das Gefühl habt Euch zu verstecken oder ein Geheimnis wahren zu müssen und ihn zu beschützen. Beschützt Euch, Euer Leben und die die unbeteiligt sind an seinen Problemen. Wenig Sinn hat es wenn Du ihn nicht ansprichst weil Du wieder Saufereien vermutest und einfach nur schlecht gelaunt bist. Sag ihm in Ruhe was Du denkst und vorbei ist die Sache. Kein Streiten, dass hast Du nicht nötig! Keine Rechtfertigungen von ihm; die interessieren Dich nicht!
Du stehst nicht allein, in Großstätten gibt es Hilfe - auf dem flachen Land sieht das schon mau aus. Denn hier scheint es üblich zu sein, sich die Kanne zu geben. Vermutlich macht das hier den “wahren Mann” aus. Wenn Du das Gefühl hast, er ist ein Trinker, dann beginne mit den Vorsorgemassnahmen für Dich. Das hat mit ihm oder einer Trennung nichts zu tun! Das hat nur mit Dir zu tun, Dich zu stabilisieren, Deine Finanzen im Griff zu haben (oder es wenigstens zu versuchen).